Kaninchensprache

In vielen Haushalten ist das Kaninchen ein beliebtes Haustier.

Vorweg einmal das Wichtigste:  Kaninchen sollten nie alleine gehalten werden! Manchmal benötigt es viel Geduld, den richtigen Partner für ihr Kaninchen zu finden, aber es lohnt sich, denn Kaninchen sind durch und durch Rudeltiere und fühlen sich mit dem richtigen Partner gleich viel wohler. Auch sollte man Kaninchen nicht mit Meerschweinchen vergesellschaften, denn sie sprechen eine unterschiedliche „Sprache“. Zudem sind Meerschweinchen Kaninchen körperlich eindeutig unterlegen. Natürlich sollen auch Meerschweinchen nicht alleine gehalten werden!

Zunächst einmal brauchen Kaninchen Zeit sich an ihr neues Zuhause zu gewöhnen und sind deshalb anfangs meist sehr scheu. Daher empfehlen wir, den neuen Familienzuwachs mit Leckereien wie Obst und Gemüse aus der Hand zu füttern, um sie zahm zu  bekommen. Am Anfang sollte man immer genug Abstand halten, keine hektischen Bewegungen machen und nicht versuchen sie zu fangen, denn das verschreckt sie.

Die Sprache unserer  Fellnasen ist vielschichtig, deshalb haben wir hier einen  kleinen Überblick zusammengestellt. Generell sind Kaninchen keine Kuscheltiere und lassen sich daher in der Regel nicht gerne auf den Arm nehmen. Sollte ihr Kaninchen sie wegstupsen, möchte es zurzeit keine Streicheleinheiten bekommen. Sollte ihr Kaninchen aber leise anfangen mit den Zähnen zu mahlen ist es zufrieden und fordert eventuell sogar  Streicheleinheiten ein. Manchmal kann es ein, dass ihr Kaninchen aus unterschiedlichen Gründen Schmerzen hat oder sich unwohl fühlt. Dabei knirschen sie dann mit den Zähnen. Für Sie als Tierbesitzer bedeutet das, schnellstmöglich den Tierarzt aufzusuchen, damit Ihrem Tier geholfen werden kann.
Auch Kaninchen können schlechte Laune haben oder aggressiv sein. Sie fangen dann meist an, die Ohren anzulegen, ihre Blume aufzurichten, mit den Hinterläufen zu klopfen und zu fauchen. Das bedeutet für Sie und andere Artgenossen es lieber  in Ruhe zu lassen. Denn Achtung: auch Kaninchen können beißen! In extremen Fällen kommt es sogar vor, dass Kaninchen laut anfangen zu schreien, aber das machen sie wirklich nur, wenn sie Todesangst verspüren oder keine andere Chance mehr sehen ihren Feind zu verjagen. Meist liegen sie dann auch mit angelegten Ohren und großen Augen geduckt auf dem Boden, als Zeichen der Unterwerfung.
Generell sind Kaninchen sehr gesellige Tiere und zeigen ihre Zuneigung ihren Artgenossen auch durch gegenseitiges Putzen und Ablecken. Liegt ihr Kaninchen völlig ausgestreckt auf dem Boden, macht Luftsprünge und schlägt Haken können sie sicher sein, es ist tiefenentspannt und fühlt sich rund um wohl. Hat sich ihre Fellnase erst einmal eingelebt im neuen Revier fängt es auch an sein Revier mit dem Kinn und durch Urinverspritzen zu markieren. Am Kinn besitzen sie nämlich sogenannte Duftdrüsen, diese sind wichtig für den Sozialkontakt. Brummen Kaninchen, zeigen sie die Bereitschaft zur Fortpflanzung und fangen an zu Rammeln, als Zeichen der Paarungsbereitschaft. Jedoch auch zu den Revierkämpfen um die Rangordnung gehört das Rammeln dazu.
Da sie ihre Umgebung genau erkunden wollen und neugierig sind, stellen sie sich auf ihre Hinterläufe um alles genau zu inspizieren, eventuelle Feinde zu entdecken oder auch nur um bei Herrchen oder Frauchen um Futter zu betteln. Sollte es einen Feind entdeckt haben, flüchtet es meist durch Haken schlagen. Durch dieses Hakenschlagen können sie sich nämlich beim Sprung in der Luft drehen, das ermöglicht ihnen die Richtung schnell zu wechseln und den Jäger eventuell abzuhängen.

 

Laura Schwirk

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